Presseinfos 2017

HINTERGRÜNDE UND INFORMATIONEN

Approximation Festival 2017

FR 24. - SA 25. November 2017

Programmübersicht:

Fr 24.11.2017
Joep Beving - Daniel Brandt & Eternal Something
Beginn 21:00 Uhr, Kunsthalle Düsseldorf


Sa 25.11.2017 
sine sleeper & WARPED TYPE - Paulo Mesquita - Paul de Jong - Douglas Dare
Beginn 18:30 Uhr, Kunsthalle Düsseldorf



Einlass in der Kunsthalle Düsseldorf jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.


Tickets / VVK:

A&O Medien
In den Shadowarkaden, 1. Etage
Schadowstraße 11
40212 Düsseldorf
Tel. 0211 8606049
www.aundo-medien.de

Cafe Knülle
Oberbilker Allee 24
40215 Düsseldorf
Tel. 0211 318443


Cafe Rekord
Ackerstraße 204
40235 Düsseldorf
Tel. 0211 54473090
www.cafe-rekord.de

Pepella
Augustastraße 30
40477 Düsseldorf
Tel. 0211 445208
www.pepella-duesseldorf.de
Mo: Ruhetag, Di bis Sa: ab 17 Uhr, So: ab 12 Uhr

Veranstaltungsort:

Kunsthalle Düsseldorf
Grabbeplatz 4
40213 Düsseldorf
www.kunsthalle-düsseldorf.de


Das Approximation Festival 2017 dankt seinen Kooperationspartnern, Freunden und Förderern:

Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Kunsthalle Düsseldorf, C. Bechstein Centrum Düsseldorf, Salon Des Amateurs, CCS digital_fabric, DGT Der Gute Ton. Veranstaltungstechnik Neuss, Carhartt, ByteFM, RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur+Städtebau, BEEF. Design- und Kommunikationsagentur, Townhouse Düsseldorf, Approximation Festival e.V.



Pressekontakt
:

Thomas W. Rieger
thomas.rieger@approximation-festival.de

T: 0177 356 1826

 
A&O Medien
Cafe Rekord
Pepella

Künstlerfotos

BILDER ZU ALLEN KÜNSTLERN

Hier können Sie Fotos von allen Künstlern als .zip Datei herunterladen.

Bitte bei Veröffentlichungen immer die Photocredits angeben, soweit vorhanden.

 
Joep Beving
Daniel Brandt & Eternal Something
sine sleeper & WARPED TAPE
Paulo Mesquita
Paul de Jong
Douglas Dare
Pressekit 2017
Approximation Trailer 2017
Plakat 2017

It’s about the future

APPROXIMATION FESTIVAL 2017

Als das Approximation Festival 2005 erdacht wurde, trat es an, um neue Möglichkeiten an einem alten Instrument - dem Piano - zu präsentieren. Undogmatisch, ohne Blick auf Gattungen und Genres, sondern einfach der Qualität des zu Entdeckenden verpflichtet. Und es funktionierte: Das Publikum entdeckte tatsächlich und wagt sich nun zum dreizehnten Mal auf Konzerte, deren Künstler ihm nicht selten zuvor völlig unbekannt waren. Das gestraffte Programm in diesem Jahr weist deutlicher denn je in die Zukunft, ob es tatsächlich das präparierte oder nicht präparierte Piano ist oder der Synthesizer, Laptops und alle möglichen anderen Instrumente: Was wir auf jedem Konzert hören, sind neue Ansätze, Musik für die Zukunft. Mal sind es zarte Variationen in einer Musiktradition, dann neue Spielweisen und vor allem neu klingende Kombinationen, die uns in diesem Jahr erwarten. Ein wenig ist es auch das Jahr der Solo-Künstler, und in dieser Konzentration erinnern sie daran, welch mannigfaltige Klangwelten ein Einzelner auf der Bühne produzieren kann, wenn gewünscht auch ganz ohne den Einsatz digitaler Technik.

Text: Oliver Tepel

Daniel Brandt & Eternal Something

D/UK

Fr 24. NOVEMBER 2017

Kunsthalle Düsseldorf

Sie kennen Daniel Brandt wahrscheinlich als Mitglied des Ensembles Brandt Brauer Frick, welche mit zumeist akustischen Instrumenten elektronisch klingende Musik erschaffen und somit das wiederholen, was Approximation in seinen ersten Jahren am Beispiel des Pianos nahezu exerzierte: die Klangwunder der alten Instrumente - selbst wenn sie zu diesem Zweck etwas undogmatisch gespielt werden müssen. Daniel Brandt leistet das Selbe für Perkussionsinstrumente und er hatte bei seinem ersten, in diesem Jahr erschienen Solowerk vor, ein Album für Becken zu schreiben. Dann addierten sich aber doch viele andere, nicht allein perkussive Sounds dazu und schufen eine dichte Leichtigkeit, eine Musik welche tanzende Füsse über den Boden schweben lassen. Die Reise durch Klangwelten wird bei Brandt auch zu einer Reise durch verschiedene Kulturen, hier erinnert er manchmal an Mickey Harts Planet Drum Projekt der 90er, ist aber zugleich meilenweit von Weltmusik entfernt. Doch im Verschmelzen von Organischem und Synthetischen, von gerader Bassdrum und komplexen Rhythmen, von futuristischen, wie historischen Sounds entsteht eine belebende Fusion. Dabei ist, so ganz nebenbei, in vielen von Brandts Solostücken die Gitarre der heimliche Hauptdakteur, doch auch sie wird als Rhythmusinstrument verwendet, erzeugt Vertigo Kreisel und überrascht ebenso mit ungewohnten Klängen. Um diese Klänge auf die Bühne zu bringen, wird Daniel Brandt von seinen Mitstreitern Eternal Something unterstützt. Mit Brandt plus den, nach dem Titel seines Solo Albums benannten Begleitmusikern erwartet uns ein besonderes sonisches Abenteuer.

Text: Oliver Tepel

Joep Beving

NL

FR 24. NOVEMBER 2017

Kunsthalle Düsseldorf

Die Grausamkeit des Schönen. Als die kargen Exerzitien der Minimal Music auf die Melodien der Klassik und frühen Moderne trafen, erklang diese Musik nicht selten als Film-Soundtrack zu gemeinen Liebschaften und moralischer Skrupellosigkeit in Gärten und Schlössern des Rokoko. Das war die Zeit der Postmoderne und die junge Neo-Klassik galt Freunden der Musikgeschichte und Anhängern der Moderne als infantile, kurzlebige Mode. Gut 40 Jahre später ist aus ihr ein eigener Kosmos geworden, eine Musik, welche vom Spiel mit der Vergangenheit zum großen Versuch aufbrach, heutige Lebenswelten auf klassischen Instrumenten abzubilden. Hier treffen wir Joep Beving. In einem Hochhaus sitzt er an einem Klavier, irgendetwas kommt in den auffächernden Harmonien seines Stücks nicht vom Platz, die ununterbrochen wiederholte Note D „hängt“ wie ein Fehler in der Technik, wie die fatale Tragik einer Beziehung oder ein altes Problem. Es quält Beving sichtlich. Als er das Stück mit dem letzten Akkord auflöst, verlässt er schnellen Schrittes den Raum mit Ausblick auf die Großstadt, als gäbe es nichts mehr zu sagen. Tatsächlich hat der 1976 im holländischen Doetinchem geborene Musiker und Komponist noch sehr viel mehr zu sagen, meist weniger Dramatisches, vielmehr von einer zarten Melancholie geprägte Statements der Alienation. Befremdliche Töne in einer eigenartigen Welt, Musik zur Zeit. Tatsächlich war es der Musikstreaming-Dienst Spotify, welcher ein Stück von Bevings selbstverlegtem Debütalbum in einer Playlist erstmals bekannt machte. Ein Vinyl-Liebhaber in der digitalen Welt. Immer wieder sind es diese, in Musik übersetzten Spannungen oder Ungleichzeitigkeiten, welche sein nachdenkliches Piano klingen lassen.

Text: Oliver Tepel

Douglas Dare

UK

SA 25. NOVEMBER 2017

Kunsthalle Düsseldorf


Ein sublimes Klagen nach innen, gleich dem Gesang vieler Folksänger, prägt Douglas Dares Stimme, begleitet vom Piano. Perkussion und Laptop-Elektronik bereichern die sparsame und doch stets erfüllt wirkende Musik des jungen Songwriters. 2013 erschien die erste EP des Briten auf Erased Tapes. Es folgten Touren mit Ólafur Arnalds und Nils Frahm, die beide bereits Gäste beim Approximation Festival waren. Dares Songs klingen nach Fjorden, die sich langsam dem Blick öffnen, nach weiten Graslandschaften, stillen Straßen, auf denen man nur selten einem Menschen begegnet. Innere Monologe, die ihre Nähe zu Elliott Smith nicht verbergen wollen. Doch sind Dares musikalische Landschaften stets durch ein pulsierendes Element der Abstraktion geprägt, etwas, das aus dem Song ausbrechen mag und seine Freiheit als reiner Sound oder Groove auskosten will. Diese Spannung prägt Dares Musik und live performance, sie nimmt nichts von der Innerlichkeit, sondern verleiht ihr einen besonderen Zauber.

Text: Oliver Tepel

Paul de Jong

US

SA 25. NOVEMBER 2017

Kunsthalle Düsseldorf


Paul de Jong ist uns als eine Hälfte des Duos The Books bekannt. Ihre futuristische Folk-Musik verarbeitete in der Art des Cut-Up Verfahrens gesammelte Klangfragmente. Mittlerweile hat der in Rotterdam aufgewachsene und heute im Staat New York lebende Musiker eine umfangreiche Klangbibliothek aufgebaut, ausgedehnt auf Videos und Photos verfügt Paul de Jong über ein digitalisiertes Abbild der Welt. Doch sein ursprüngliches Instrument ist das Cello. Auf seinen aktuellen Solo Arbeiten erklingt es neben der Gitarre und Stimme, Perkussion und gesampelten Klängen. All das wirkt nicht selten wie eine Avantgarde-Version der späten Camper van Beethoven, eine Folk-Musik, die Quellen, aber keinen ursprünglichen Ort kennt und so auch auf afrikanische oder osteuropäische Stilistiken zurückgreift und doch kein Durcheinander schafft. 2015 veröffentlichte Paul de Jong das Album „IF“, davor schrieb er Musik für die Getty Foundation, die Poetry Foundation, die Red Hot Foundation sowie für Tanzprojekte. Doch in seinem Soloalbum hat Paul de Jong offenkundig sein Zentrum gefunden. An die multimedialen Arbeiten, die er seit seiner Teenagerzeit verfolgt, anknüpfend, produziert Paul de Jong auch weiterhin Videos und Drucke, die in den letzten Jahren in verschiedenen Galerieausstellungen gezeigt wurden.

Text: Oliver Tepel

 
SAMSTAG, 25.11.2017
17:30 UHR
KUNSTHALLE DÜSSELDORF

Paulo Mesquita

POR

SA 25. NOVEMBER 2017

Kunsthalle Düsseldorf


Der portugiesische Pianist Paulo Mesquita führt uns zurück zu den Wurzeln des Approximation Festivals. Nach einer Karriere als Interpret klassischer Musik zog Mesquita es vor, von seinem Klavierhocker aufzustehen und sich an das Innenleben seines Flügels zu begeben. Wie eine riesige Bass-Zither spielt er das ehrwürdige Instrument, entlockt ihm Gitarrenakkorde und perkussive Töne, bis sich daraus das Musikstück eines Ensembles entwickelt. Dabei wirkt der filigranste Klänge Schaffende so vorn übergebeugt wie ein Mechaniker, der einen Motor wieder rund laufen lässt. Irgendwie stimmt das ja auch: er macht das alte Instrument, einst angetreten die dynamischsten Klänge zu erzeugen, wieder zum erstaunlichen Klangapparat. Doch steht zweifelsohne die Musik im Zentrum der Anstrengung und nicht der Effekt. Dabei verlässt Mesquita die Klassik. Mit dem Perkussionisten Pedro Oliveira nahm er vor zwei Jahren das Album „A kind of Zo“ auf, ein Jazz Duo an präparierten Instrumenten. Er spielte zudem mit den Beasthunters, Outer Limits, George Haslam und vielen mehr, er war und ist in Tanz-, Film- und Theatermusikprojekte involviert. Jene eigene, experimentelle Sprache, die er am und mit dem Piano entwickelt, spricht Mesquita allerdings nie beeindruckender, als bei seinen Solo-Auftritten: wild, groovend und erfüllend.

Text: Oliver Tepel

sine sleeper & Warped Type

D

Sa 25. NOVEMBER 2017

Kunsthalle Düsseldorf


Auch sine sleeper spielten ihre Musik bereits vor Fenstern mit Blick auf die Straßen der Stadt. Doch die „Studionights“ am Kölner Hansaring suchten eher die Intimität des Clubs als den großen Blick über die Dächer einer Metropole. sine sleeper sind Raffael Seyfried und Julian Prießen. Beide trafen sich am Düsseldorfer Institut für Musik und Medien. Und dort zudem das Künstlerkollektiv Warped Type zu treffen erwies sich als guter Zug, denn Warped Types Lichtskulpturen begleiten und ergänzen seitdem die Livesets von sine sleeper. Live sollte man diese Musik auch erleben, welche innerhalb eines Stücks die Brücke von fetten Rave-Texturen zu den Soundschleiern zirpender Kraut-Elektronik schlägt. Und das derart geschickt, dass man im Nachhinein verwundert auf die Strecke der akustischen Reise zurückblickt. Passenderweise spielte das Duo den Soundtrack zur Dokumentation "heimat.nrw" über den Photographen Horst Wackerbarth, dessen „Red Couch“ zuerst durch die USA und dann Europa reiste, um Landschaften und ihre Bewohner zu zeigen. Tatsächlich gelingt es ihnen, Club und Sound-Sphäre zusammenzubringen und dann, beizeiten auch wieder aufs feinste zu separieren, ohne dass sich die Spannung verliert. Diese Dynamik in ihrer Musik lässt den Hörer sowohl Flying Lotus wie klassische Ballettmusik assoziieren. Die sich in die Stücke einbettenden Improvisationen geben den sine sleeper Livesets dabei einen besondere Qualität, die sich nur bei wenigen elektronischen Liveacts findet.

Text: Oliver Tepel