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Do 08.10.2009 Nils Frahm (Berlin)

Nils Frahm, geboren 1982, kam früh zur Musik. Von Nahum Brodski am Klavier unterrichtet tummelte er sich Ende der achtziger Jahre in klassisch co-notierten und ECM beeinflussten Klangwelten. Im Alter von 12 Jahren begann er mit eigenen Bands Streifzüge durch die Musik, bis er Anfang des neuen Jahrtausends den Computer und Steve Reich entdeckte. Zusammen mit Frederic Gmeiner formte er das Duo Übertonmensch und 2002 ein erstes Konzeptalbum »Ultra«.

Weiterhin forschte Nils auch solo in den Weiten der analogen Musik und Instrumentierung. Alle verarbeiteten Klänge beziehen ihre Wärme und organische Wirkung aus akustischen Instrumenten und eben analogen Klangerzeugern und -verfremdern der 60er und 70er Jahre. In Besinnung auf die »Minimal Musik« entstand dann im Winter 2004/2005 sein erstes Soloalbum »Streichelfisch« mit welchem er sich in die kleine und feine Gemeinde der Nanosampler einreihte.

Zusammen mit Arne Römer gründet Nils Frahm im Frühjahr 2005 das Label »AtelierMusikRecordings« und schafft hiermit die unabhängige Arbeitsgrundlage für alle zukünftigen Projekte.

Heute arbeitet Nils Frahm als Komponist und Produzent in Berlin und gründete 2008 Durton Studio.


Peter Broderick (USA)


"My name is Peter and I like to play music!" Mit diesem Satz fordert Peter Broderick seine MySpace-Besucher auf, sich nicht zu scheuen mit ihm in Kontakt zu treten. Wer in einen kurzen Satz so viel Sympathie hineinlegen kann, wird nie einsam sein.

Sein Geburtsort, Portlan/Oregon, ist für Peter Broderick ein Segen. 1987 kommt er dort zur Welt und lernt bald die Vorzüg dieser Sadt, in Form der Musikszene, kennen. Er tourt mit verschiedensten Bands und wird als Studio-Musiker gebucht, um Banjo, Violine, oder Mandoline ein zu spielen. Doch für seinen Wunschsound, klavierbasierte, instrumentale Musik, findet er in Portland keinen Anschluss. Schließlich zieht ihn 2007 die Band Efterklang nach Dänemark. Sie laden ihn als Musiker ein um mit ihnen durch Europa zu touren.

Trotz Efterklang findet Peter Zeit für ein Solo-Album. "Float" wird im May 2008 veröffentlicht und bedient sich des puren Kalviersound, für den ihm in Portland die Resonanz fehlte.

Nach weitern touren mit befreundeten Musikern konzentriert er sich komplett auf sich um ein weiteres Album zu schreiben. Paradoxer Weise schreibt er "Home" in Europa, kehrt mit dem Sound aber in seine Heimat zurück. Er lässt den Songwriter-Klang Portlands in seine Songs ein fließen. Bedient sich verstärkt seiner Stimme und weiß sie mit großen Pathos einzusetzen. Vielleicht die Verarbeitung von Heimweh. ""Home" wird im Oktober 2008 bei dem Label Bella Union veröffentlicht.

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Fr 09.10.2009 Ryuichie Sakamoto (JP) in Collaboration mit der Jungen Tonhalle


Ryuichi Sakamoto hat noch keine Reggae-Platte gemacht. Er hat auch noch kein Country-Album veröffentlicht. Davon abgesehen, hat er in den letzten 30 Jahren so ziemlich jede Musikrichtung schon mal gestreift. Am bekanntesten sind vielleicht die Alben, die er mit dem Yellow Magic Orchestra eingespielt hat, jener japanischen Band aus den späten 70ern, deren Einfluss auf die Welt des Technopop nur noch mit Kraftwerk vergleichbar ist.

In mancher Hinsicht war das YMO eine Unterforderung. Für den klassisch ausgebildeten Komponisten Sakamoto waren elektronische Popsounds stets nur eine Musikwelt von vielen. Am deutlichsten wird das in seinen Filmkompositionen – in dem Oscar-prämierten Soundtrack zu Bertoluccis „Der letzte Kaiser“, zum Beispiel, der westliche Orchestermusik mit chinesischen Volksweisen verbindet. Oder in der Musik zu „Merry Christmas Mr Lawrence“ (mit David Bowie), einer Mischung aus 80er-Jahre-Synthiepop und japanischen Klängen.

Im Laufe der Jahre wurden Sakamotos Projekte immer größer, seine Einflüsse immer globaler. Ende der 90er stemmte er die Monumentaloper „LIFE.“ Sie wird seinem Anspruch, echte Weltmusik zu schreiben, vielleicht am meisten gerecht. Das Werk enthält Beiträge so unterschiedlicher Künstler wie José Carreras, Salman Rushdie und der kürzlich verstorbenen Pina Pausch; Kooperationen, die den internationalen Ruf Sakamotos mehr unterstreichen als jede mündliche oder schriftliche Würdigung.

Auch in diesem Jahrzehnt bleibt das einzig Vorhersagbare an Sakamoto seine Unvorhersagbarkeit – ob er ein Album mit brasilianischen Sounds einspielt, ein Hilfprojekt gegen Landminen anschiebt, Stücke zum 400. Jahrestag der Stadt Mannheim komponiert oder, um in der Gegenwart anzukommen, eine Platte wie „Out of Noise“ veröffentlicht.

Mit diesem ersten Soloalbum seit fünf Jahren ist er jetzt im Rahmen des approximationfestivals (www. approximation-festival.de)
In der Düsseldorfer Tonhalle zu sehen.

Es ist eine Crossover-Platte im besten Sinne geworden, eine Verbindung von Klavier und Elektronik, gestern und heute. Aber was sollte man sonst erwarten von einem Musiker, der von sich selbst sagt, er interessiere sich für alles von Beethoven bis zu den Beatles?


Acid Pauli (Weilheim)


Acid Pauli ist das Dj Set von Martin Gretschmann, einem deutschen Musiker aus Weilheim in Oberbayern. Er ist unter anderem Mitglied bei der Independent-Band The Notwist und 13&God. Des weiteren arbeitet er auch unter dem Namen Console.
Martin Gretschmann fing erst 1996 an, Musik zu machen. 1997 erschien das Debüt-Album "Pan Or Ama" beim Weilheimer Label Payola; 1999 erschien mit "14 Zero Zero" eine Single, die es schaffte, die Clublandschaft zu erobern. 2001 veröffentlichte er sein Stück "Crabcraft" praktisch unverändert als "Heirloom" auf Anfrage von Björk auf ihrem Album Vespertine.
Seit 1998 arbeitet Console auch mit dem Hörspielautor Andreas Ammer zusammen. Es entstanden Stücke wie "On the tracks" oder "Spaceman '85", mit dem die beiden auch durch Deutschland touren.

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Sa 10.10.2009 Dustin O'Halloran (USA)


Dustin O´Hallorans Klavierstücke sind eine Verbeugung vor großartigen Komponisten, wie Satie, Arvo Part, Chopin, Debussy... Sie haben den kalifornischen Pianisten und Komponisten zeitlebens beeinflusst und inspiriert. Wer genau hinhört, kann aber auch eine Verwandtschaft mit der Postmoderne hören und Sigur Ros oder Philip Glass wieder entdecken. Wie schon auf seinem Debut "Piano Solos" zeigt sich Dustin O´Halloran auch auf dem Nachfolger "Piano Solos vol 2" als hochindividueller Virtuose mit einem expressiven, hypnotischem Stil. Das Neuwerk ist eine fragile und majestätische Arbeit, und im Ergebnis unentrinnbar cinematisch. Diese Musik erweckt Vorstellungen von fallendem Schnee, Nebel und Regen, Wind, der über trocknende Blätter streicht... leicht wie Seerosen auf dem Wasser. Der auf dem italienischen Land in der Nähe von Bologna lebende Kalifornier, ist auch Filmmusiker und trug unter anderem mehrere Kompositionen zum Soundtrack zu Sofia Coppolas Historienepos "Marie Antoinette" bei. In jüngerer Zeit arbeitete Dustin mit der britischen Gruppe Soulsavers und Mark Lanegan (Screaming Trees, Gutter Twins) zusammen.

Magda Mayas
(Berlin) + Tony Buck (AUS)


„....Improvised duos have lots of pitfalls to avoid: levels of alertness and/or
talent can be too disparate, the speed of interaction may never sync, one
person can try too hard to push the music in a certain direction, etc. But from
the very first sounds they made and all the way to the final tones of the
encore, these two were in perfect balance throughout. Tightly intertwined at
the level of both the sonic material they pursued and the rhythmic pointillism
with which they went about their journey, they stunned me into wide-eyed,
open-mouthed attention.“
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So 11.10.2009 Philip Corner (USA)


1933 in New York City (USA). Amerikanischer Komponist genreüberschreitender Werke, die weltweit aufgeführt wurden; er arbeitet auch als Musiker und Schriftsteller; studierte Komposition bei Mark Brunswick sowie Musik und Klavier bei Fritz Jahoda an der City University, New York, wo er einen B.A. 1955 erhielt; Kompositionsstudien dann bei Henry Cowell und Otto Luening an der Columbia University und M.A. 1959. Weitere Studien bei Olivier Messiaen am Paris Conservatoire 1955–57 and private Klavierstunden bei Dorothy Taubman in New York 1961–75. Er diente in der US Armee in Süd-Korea 1959–61, wo er auch Kalligraphie bei Ki-sung Kim studierte. Zusammen mit Malcolm Goldstein und James Tenney gründete er 1963 die Neue Musik Gruppe Tone Roads Chamber Ensemble, 1972 mit Julie Winter das Musikritual Ensemble Sounds out of Silent Spaces und 1976 mit Barbara Benary und Daniel Goode Gamelan Son of Lion. Teilnahme an verschiedenen Fluxus-Konzerten in New York 1962–63 und 1966–67; »resident composer und Musiker am Judson Dance Theatre in New York 1962–65. Unterrichtete Neue Musik und experimentelle Komposition an der New School for Social Research 1967–70 und Neue Musik und Weltmusik an der Rutgers University 1972–92. Verheiratet mit der Tänzerin Phoebe Neville, mit der er oft zusammenarbeitet; lebt seit 1992 in Italien.

White Tree (Berlin/Mailand)
Ludevico Enaudi/Robert und Ronald Lippok


It all started in 2006, when Einaudi approached the Lippoks to do an italian tour together. A week of rehearsals was all they built their set on and they played their first tour in a small club venues. The trio connected well while on the road and decided to record some of the material in the studio. Planet Roc in Berlin was chosen, a place which has "History" written all over it. The former broadcasting centre of East German radio has a reputation for perfect acoustics and all kinds of special you need for anything from recording an orchestra to making a radio play as realistic sounding possible.

While all Whitetree-members found their individual styles and voices to articulate their musical visions, it is this collaboration which brings all their seperately developed talents together in a dense, unexpected sequence of songs.

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