Steve Reich
USA
Mit Steve Reich präsentiert das Approximation Festival einen der Pioniere der Minimal Music. Der Schüler von Darius Milhaud und Luciano Berio beschäftigte sich schon früh mit elektronischer Musik, aber auch mit afrikanischer Percussion und balinesischem Gamelan. Als Ergebnis dieser überaus innovativen Zugänge zur elektronischen Musik und zu außereuropäischen Musizierpraktiken entstanden heute so legendäre Werke wie „Pendulum Music“ für Mikrophone und Verstärker, „Drumming“, „Clapping Music“, „Six Marimbas“ und „Nagoya Marimbas“. Für sein musikalisches Schaffen erhielt Steve Reich u.a. den Praemium Imperiale, den Pulitzer Preis und den Polar-Musikpreis.
Mit „Drummming“ und „Music for 18 Musicians“ stehen zwei Schlüsselwerke im Œuvre des Komponisten auf dem Programm. „Drumming“ wurde 1970 komponiert und von Steve Reich und seinen Musikern 1971 im New Yorker Museum of Modern Art uraufgeführt. Das insgesamt vierteilige Werk entstand unter dem intensiven Eindruck einer Afrikareise Steve Reichs im Sommer 1970, die seine Intuition bekräftigte, dass mit akustischen Instrumenten eine im Klang reichere Musik erzeugt werden kann als mit elektronischen Instrumenten.
„Music für 18 Musicians“ entstand zwischen 1974–76. Neuartig war das Stück nicht nur in Struktur und Harmonie, sondern auch in der Instrumentierung für Violine, Cello, zwei Klarinetten, vier Frauenstimmen, vier Klaviere, drei Marimbas, zwei Xylophone und Metallophon. Im Umfang nahezu eine Kammersinfonie, kommt „Music for 18 Musicians“ ohne einen Dirigenten aus – eine Aufführungspraxis, zu der sich Steve Reich sowohl von der westafrikanischen Musik als auch von balinesischen Gamelan Trommlern inspirieren ließ. Das Ensemble Modern war der erste Klangkörper nach seinem eigenen Ensemble Steve Reich and Musicians, für das der Komponist „Music for 18 Musicians“ zur Aufführung freigab.
Seit 1995 wirkte Steve Reich wiederholt bei Aufführungen seiner Werke durch das Ensemble Modern als Gastmusiker mit. Im Konzert im Rahmen des Approximation Festivals wird er einen der vier Schlagzeugparts in „Drumming – Part One“ und in „Music for 18 Musicians“ eine der vier Klavierstimmen übernehmen.
Foto: Ian Oliver
20:00 UHR
TONHALLE DÜSSELDORF
Ensemble Modern
FRANKFURT
Auf Initiative von Studierenden der Jungen Deutschen Philharmonie 1980 gegründet, zählt das Ensemble Modern heute zu den weltweit führenden Ensembles für Neue Musik. Das „basisdemokratisch organisierte Ensemble“ vereint Musikerinnen u.a. aus Japan, Argentinien, Großbritannien, Indien, Deutschland und der Schweiz. Einen eigentlichen künstlerischen Leiter gibt es in diesem außergewöhnlichen Klangkörper nicht. Das Repertoire reicht von Hans Werner Henze bis Frank Zappa, von Mauricio Kagel bis Heiner Goebbels, von György Ligeti bis Steve Reich.
Mit Steve Reich verbindet das Ensemble Modern eine langjährige Zusammenarbeit, die bis in die 1980er Jahre zurück datiert. Seit dieser Zeit präsentierte das Ensemble Modern zahlreiche Werke des Komponisten – darunter „City Life“ und die „Daniel Variations“ – in Ur- und europäischen Erstaufführungen.
20:00 UHR
TONHALLE DÜSSELDORF
Synergy Vocals
GB
Das Vokalensemble Synergy Vocals ist bekannt für sein breites Spektrum musikalischer Genres und Stile sowie für seinen homogenen Klang und seine rhythmische Präzision.
Die Mitglieder arbeiten – unter der Leiterin Micaela Haslam – regelmäßig mit dem Ensemble Modern, mit Steve Reich sowie mit dem Ictus Ensemble und der London Sinfonietta zusammen.
Darüber hinaus trat Synergy Vocals mit zahlreichen weiteren international renommierten Orchestern und Ensembles auf, darunter das BBC Symphony Orchestra, die Orchester von Boston, Chicago und Los Angeles, das Ensemble Bash, das Ensemble Intercontemporain, das London Symphony Orchestra und das Ensemble Les Percussion Claviers de Lyon.
20:00 UHR
TONHALLE DÜSSELDORF
Howe Gelb
USA
Der Mann aus der Wüste steht nicht nur für das, was man heute "Desert Rock" nennt, sondern auch für seine besondere, stilübergreifende Produktivität. Mit dem Rock-Idiom verbindet sich der Name seiner Band Giant Sand, dabei wechselten diese von einer traditionellen Besetzung zu einem Duo aus Gitarre, Stimme und Drums, welches sein ursprüngliches Genre immer experimenteller bearbeitete. Seit dem Beginn dieses Jahrhunderts veröffentlicht Gelb nun auch Pianoalben. In ihnen reist er auf eine becircende Weise durch amerikanische Musiktraditionen, wechselt vom Barrelhouse zum Hotel-Lobby-Stil, verweilt in impressionistischen Themen oder erinnert mit grimmig groovenden Songs an die Intensität seiner früheren Bandaufnahmen. Für Approximation wird seine Technik zeigen, das Piano mit Gitarren Pick-Ups und anderer Gerätschaften präpariert zum Klingen zu bringen.
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Jan Jelinek & Masayoshi Fujita
BERLIN/TOKYO
Im Zweiten Teil des Abends (und dem ersten "&") verbindet Jan Jelinek, ein Spezialist der digitalelektronischen Musik zwischen Tanzfläche und Experiment seine Töne mit dem Vibraphon von Masayoshi Fujita. Kein brandneues, doch eine noch sehr junges Aufeinandertreffen, aus welchem im letzten Jahr die LP "Bird, Lake, Objects" resultierte. Ein Werk in dem die beiden Instrumente zu einer Art Piano verschmelzen. Der klangliche Vorfahr und der entfernte, technische Nachfolger treffen sich also in der Mitte und erzeugen eindringliche Schwingungen. Dabei erinnern Fujitas Präparationen seines Vibraphons an vergleichbare Piano-Techniken diverser Künstler des Approximation Festivals.
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Hanno Leichtmann & Andrea Neumann
BERLIN
Aus Berlin kommen die beiden Musiker. welche ebenfalls das Piano als Klangkörper sowohl umkreisen, als auch erweitern. Hier ist es Hanno Leichtmann der zwischen Schlagzeug zur Elektronik wechselnd, auf Andrea Neumanns speziellen Zugang zum Saiteninstrument trifft. Denn ihr Innenklavier-Spiel bewegt jene Saiten unmittelbar. Sie hat dabei das Piano auf Saiten, Rahmen und Resonanzboden reduziert, verstärkt und bearbeitet dessen Klänge elektronisch und erhält einen gänzlich eigenständigen Sound aus einem nicht minder eigenständigen Instrument. Zwei sehr unabhängig nach Klängen und Rhythmen forschende Musiker präsentieren die so abstrakten, wie unmittelbaren Sounds aktueller Pianovariationen.
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Nik Bärtsch
CH
Der schweizer Pianist Nik Bärtsch ist nach seinem Studium nicht nur Teil des Ensembles für Neue Musik Zürich, sondern spielt mit seinem Projekt Ronin in der vordersten Reihe aktueller Jazz-Piano Musik. Seine Crossover Kompositionen berühren dabei klassische Moderne und Minimal-Music ebenso wie den Jazz von Miles Davis und frühen Weather Report. Seine Solo Piano Improvisationen, oft zu Lichtprojektionen, führen allerdings nochmals in einen anderen Bereich in dem Elemente aus Filmbegleitungsmusik und Minimal in scheinbar unkalkulierbaren, wellengleichen Strukturen verschmelzen und den Hörer mit einer sehr unmittelbaren Kraft gefangen nehmen.
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Sarah Nicolls
AM 23.09. IM SALON DES AMATEURS
Wir freuen uns, für diesen Abend die Pianistin Sarah Nicolls ankündigen zu dürfen.
Sarah Nicolls zählt zu den interessantesten Pianistinnen der jungen britischen Piano - Szene.
Nach Auftritten mit der Londoner Sinfonietta, dem Philharmonia Orchestra und dem BBC National Orchestra of Wales wendet sich die Preisträgerin des British Contemporary Piano Competition 2000 neuen Experimenten an der Schnittstelle von Piano, Improvisation und Elektronika zu.
Aktuelle Projekte reichen von Komposition für Piano - Maschinen für das Center for Digital Music London und Aufnahmen im Sonic Arts Research Lab SARC in Belfast, bis zum neuesten Projekt FUTURE PIANO.
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
A winged Victory for the Sullen
USA
"A winged victory of the sullen" - wieder eines jener "&" Projekte, welches 2011 das Festival so prägen. Hier treffen die Komponisten Dustin O'Halloran und Adam Bryanbaum Wiltzie aufeinander. O'Halloran beehrte als einer der aktuellen Vertreter des Neo-Klassischen Pianos das Approximation Festival bereits 2007 und trifft nun bei seiner Rückkehr auf die elektronischen Sounds Wiltzies, der statt der Neoklassischen- die rauschende und brummende Seite der Minimal Music vertritt. Harmonie und Sound in einem sich ergänzenden wie überlappenden Gespräch, welches respektvoll und subtil die Möglichkeiten des Miteinanders erschließt, um daraus komplexe Stimmungsbilder zu entwerfen.
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Francesco Tristano & Moritz von Oswald
BERLIN/LUXEMBOURG
Der Samstag steht ganz im Zeichen einer weiteren "&" Verknüpfung: Moritz von Oswalds Weg führt vom Schlagzeuger bei Palais Schaumburg und den Doraus im Hamburger Underground der frühen 80er zu einer einzigartigen Karriere in der elektronischen Musik. Stilistisch bahnbrechende Verknüpfungen von Techno und Dub werden mit seinem Namen assoziiert, seine Zusammenarbeit mit Mark Ernestus als Basic Channel gilt als wegweisend. Seit einiger Zeit arbeitet von Oswald verstärkt auf der Basis elektronischer Musik an klassischen Kompositionen. So bearbeitete er zusammen mit Detroit-Techno Pionier Carl Craig Stücke von Ravel und Mussorgsky.
Seit kurzem arbeitet er nun mit dem Pianisten Francesco Tristano zusammen. Dessen aktuelles Album "bachCage" hat von Oswald produziert. Tristano überquert dabei die Grenze von der anderen Seite aus: der an der Juillard School in New York ausgebildete Pianist überschreitet die Epochen und Stile der klassischen Musik ohne Pause - er blendet, ähnlich einem DJ, nahtlos von einem Werk in das andere. Noch verstörender wirken im klassischen Konzertbetrieb seine Bearbeitungen genuiner Techno Stücke - wobei er deren Nähe zur Minimal-Music elegant herausarbeitet.
Das Zusammentreffen der Beiden Musiker verspricht eine spannendes Grenzüberschreiten in beide Richtungen und in beiderseitigem Verständnis, keine zusammengebastelte Idee, sondern gelebte Musikentwicklung.
21:00 UHR
K20 TRINKAUS AUDITORIUM
Greg Haines & Kleefstra, Pruiksma
GB / NL
Vom Musik-Feuilleton als „Minimal-Classic-Wunder-Kid“ gefeiert, vereint Greg Haines in seinen subtilen Kompositionen spielerisch die Sound-Paletten von Minimal, Klassik, Elektroakustik und Musique Concrète und erschafft auf diese Weise Klanglandschaften, die sowohl an die Musik von Max Richter und Jóhann Jóhannsson erinnern, als auch Elemente aus Kompositionen von Gorecki, Pärt, Steve Reich bis hin zum Independent Folk von Sufjan Stevens aufnehmen. Mit vergleichsweise einfachen Sounds und Melodien – Haines ist Autodidakt an beiden Instrumenten – gelang dem Künstler insbesondere mit dem frühen Album „Slumber Tides“ ein Überraschungserfolg, das 2006 als „eines der intensivsten Alben des Jahres“ Furore machte. In seinem aktuellen Werk „Until the Point of Hushed Support“ (2010) – komponiert für Streichquartett, Orgel, Klavier, Percussion und Elektronik – kreiert Haines gemeinsam mit Nils Frahm ein ganzes Orchester basierend auf Samples und Re-recordings. Greg Haines spielte u.a. mit Dustin O’Halloran, Peter Broderick und Ben Frost, arbeitete mit den Choreographinnen Meg Stuart, Ina Christel Johannesen und dem MD Collective.
Begleitet wird Greg Haines von Jan Kleefstra, dem Multi-Percussionisten Sytze Priuksma und dem Gitarristen Romke Kleefstra, die Haines bereits auf der diesjährigen TRANSMEDIALE unterstützten. Die aus dem Bereich Drones, Improvisation und Spoken Word stammenden Künstler sind u.a. durch ihre Band Piiptsjilling und ihre Zusammenarbeit mit Machinefabriek und Peter Broderick bekannt.
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Irène Schweizer & Pierre Favre Duo
CH
Das letzte "&" des diesjährigen Approximation Festivals beschreibt eine seit über 40 Jahren bestehende künstlerische Verbindung. Die Züricher Pianistin und Schlagzeugerin Irene Schweitzer und der Schlagzeuger Pierre Favre fanden in der kreativen Hochphase des europäischen Free Jazz zueinander, setzten mehr als nur Akzente, sondern gestalteten die Entwicklung einer eigenständigen Musik. Wer Improvisation eher als eine feine und sehr facettenreiche Sprache, denn als ein spontanes Zusammentreffen, versteht, wird diese Tatsache zu würdigen wissen. Dabei hat das Experiment nichts von seiner Energie verloren. Die Gestaltung neuer Klänge lässt Irene Schweizer dem Innenklavier unmittelbar Töne entlocken und eigene perkussive Strukturen herausbilden. Eine Freiheit, die aus höchster Konzentration und Aufmerksamkeit entsteht und einen enormen Detailreichtum offenbart - lebendige Musik.
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Tolouse Low Trax
DÜSSELDORF
Als Mitglied des Trios Kreidler war Weinrich erst kürzlich maßgeblich für die neu gewonnene kosmische Schwingung der Band und deren Album „Mosaik 2014“ mitverantwortlich. Nun zeigt er solo, das eine MPC und ein kleines Synthesizer-Ensemble ausreicht, um futuristische Dancemusic im Hier und Jetzt lebendig werden zu lassen. Eingespielt unter nervösen kreativen Umständen im heimischen Schlafzimmer, beschwören die zehn Stücke weites gehend instrumental eine gespenstische Stimmung herauf, die perfekt zu einem frühen John Carpenter Film passen würde. Das Volumen der Tracks wirkt oftmals so, als sei eine ganze Band in Weinrichs heimischen vier Wänden aktiv gewesen. Mit viel Delay auf den Bassfiguren, kompakten analogen Effekten, perkussiven Tupfern und einer rauen Schicht aus Layern hat der Düsseldorfer ganz ohne digitale Hilfestellung zitternde Drumcomputermusik gebastelt, deren Tanzbarkeit er schon lange vor ihrer Veröffentlichung allwöchentlich getestet hat.
AB 23:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Gwen Jamois
PARIS
Gwen Jamois: Lebeman, Musiker ,Cineast und Platten-Sammler, lebt in Paris studierte Musique Concrete unter anderem bei Luc Ferrari, Christine Groult und Bernard Parmegiani.
Arbeitet mit Musikern wie Richard D. James (APHEX TWIN) James Trussart, Tom Chant, Jon Tye und nicht zu vergessen Bernard Fevre, und ist somit ein Teil des BLACK DEVIL DISCO CLUBs, deren Nacht im Salon erst einige Wochen zurueckliegt und für große Begeisterung sorgte.
AB 23:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Zoë Keating
USA
Aus gesundheitlichen Gründen musste die Künstlerin Zoë Keating ihr Konzert am Freitag, 23.09., im Salon des Amateurs leider absagen.
Wir freuen uns, für diesen Abend die Pianistin Sarah Nicolls ankündigen zu dürfen.
Zoë Keating ist mit ihrem Instrument, dem Cello, eine Besonderheit des Approximation Festivals und verkörpert dennoch zugleich seinen Geist, mit ungewöhnlichen Mitteln einem klassischen Instrument neue Möglichkeiten zu entlocken. Keating verknüpfte ihre Arbeit als Computersoftware-Spezialistin und Cellistin für diverse Bands der San Francisco Szene zu einer Idee des Ein-Frau-Orchesters indem sie mittels Fusspedalen den Sound ihres Saiteninstruments elektronisch verfremdet und zudem rhythmische Strukturen aufbaut. Sowohl in diversen Soundtracks wie im Bereich des modernen Tanzes werden ihre Werke eingesetzt und ihre letzte Veröffentlichung "Into The Trees" hielt sich monatelang in den Billboard Classic Charts.
Kontakt
Verein zur Förderung des Approximation Festival e.V.
Am Backesberg 2
40629 Düsseldorf
E-MAIL:
info@approximation-festival.de