Feb. 07. - 09.

APPROXIMATION FESTIVAL 2019

Zurück als Frühblüher

Wir wollten es wissen. Wissen, wie es ist, statt an späten Herbstabenden den Winter einzuläuten, einmal voller Hoffnung auf das nahende Frühjahr zu blicken. Sie meinen, dies wäre noch lange kein Grund, sein Publikum warten zu lassen und zum anderen nun auch etwas arg kokett? - Stimmt, tatsächlich nahmen uns die anstehenden Umbauarbeiten in unserer Stammlokation, dem Salon des Amateurs, ein wenig die Planungssicherheit. Die Kunsthalle am Grabbeplatz und die Filmwerkstatt Düsseldorf, bereits Spielorte in den vergangenen Jahren, boten mit dem 7. - 9. Februar einen neuen Termin für das Approximation Festival an. Wir freuen uns! Inspiration, Variation und Innovation verdichten diese Ausgabe des Approximation Festivals zu einem Brennglas seiner Anliegen: Neue Spielweisen alter Instrumente sowie deren technische Neuerungen vorzustellen und dabei, keinesfalls als Nebeneffekt, einen Querschnitt der interessantesten aktuellen Musik zu bieten.

Texte: Oliver Tepel

 
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Johanna Billing

SWE

Die Arbeiten der schwedischen Konzeptkünstlerin Johanna Billing wirken nicht zuletzt durch ihre Verbindung von filmischen Bildern und Musik. Oft sind es von der Künstlerin ausgewählte Songs und Stücke, welche ihre, sich meist aus Alltagssituationen generierenden, visuellen Arbeiten begleiten. So war es in ihrem Projekt „Pulheim Jam Session“ die Idee eines plötzlichen Staus auf einer schmalen Straße in der Umgebung der rheinischen Stadt Pulheim. Im komplett gestockten Verkehr beginnt ein Eigenleben, welches mitunter an Jean-Luc Godards „Weekend“ erinnert. Aufnahmen aus Pulheim und seiner Umgebung sowie der titelgebenden Jam-Session addiert die Künstlerin hinzu. Jene Jam Session wurde von der Pianistin Edda Magnason eingespielt und lässt die Umweltgeräusche der Filmbilder zu einem Teil des musikalischen Geschehens werden. Johanna Billing nahm 2007 mit „This Is How We Walk on the Moon“ an der documenta 12 teil. Mit ihrem Bruder betrieb sie das Plattenlabel „Make it happen“, ihre eigenen musikalischen Arbeiten erscheinen auf Volker Zanders Label „Apparent Extent“.

 
DONNERSTAG, 07.02.2018
EINLASS 19:30 UHR
FILMWERKSTATT DUESSELDORF
Johanna Billing
Pulheim Jam Session
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Xenia Pestova

NZL

photo: Damian Wojcik

Bereits während ihrer Kindheit in Russland begann Xenia Pestovas musikalische Ausbildung, sie studierte Musik in Neuseeland und erlangte ihren Doktortitel an der McGill University in Montreal. Heute lehrt sie an der University of Nottingham. Ebenso weit gereist erscheint das Spektrum ihrer Musik, von Bach und Scarlatti über Debussy bis hin zur Neuen Musik. Ihre Einspielung von Stockhausens „Mantra“ (zusammen mit Pascal Mayer und Jan Panis Mayer) gilt als mustergültig und verweist auf Xenia Pestovas Interesse an einem Miteinander von Piano und elektronischen Klängen. So ist es kein Wunder, daß sie sich jener Neuentwicklung namens Magnetic Resonator widmet, gelingt es dieser Technik doch, den mechanischen Eigenklang des Pianos mit elektronischen Möglichkeiten zu verschmelzen. So gilt das Magnetic Resonator-Piano als mittlere Sensation. Es hatte seinen ersten großen Auftritt auf dem Album „Fields of Reeds“ der Band These New Puritans, wo seine schwerelos schwirrenden, mal an ein Theremin, mal an eine Orgel erinnernden Klanglandschaften das musikalische Geschehen prägten. Die schwingenden Piano-Saiten werden elektromagnetisch angeregt. Dafür wird die Position der Tasten des Pianos opto-elektronisch registiert. Der Effekt ist verblüffend, allein mittels seiner Spielweise, sprich, durch den Anschlag, verändert der Spieler die Charakteristik des Klangs, wenn gewollt auf dramatische Weise. Das langsame Herabdrücken einer Taste vermag einen langen, stetig anschwellenden Ton zu erzeugen, die Klangfarben eines Tons können ebenfalls allein mit den Piano-Tasten während des Spiels moduliert werden. Unweltliche Sounds entstehen und lösen sich auf zu reinen Piano-Klängen. Anders als beim Synthesizer bleibt das Piano mit all seinen technischen Anforderungen an den Spieler im Zentrum des Geschehens. Xenia Pestova wird mit einem eigenen semi-improvisierten Stück, sowie Kompositionen von Alvin Lucier und Pauline Oliveros das Magnetic Resonator-Piano zu Gehör bringen.

 
DONNERSTAG, 07.02.2018
EINLASS 19:30 UHR
FILMWERKSTATT DUESSELDORF
Xenia Pestova
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Andrew McPherson

UK

Der Erfinder des Magnetic Resonator Pianos, welches am Donnerstag von Xenia Pestova gespielt wird, studierte Komposition an der University of Pennsylvania. Seine erste Veröffentlichung war 2013 "Secrets of Antikythera“. Hier kommt bereits das von McPherson während seiner Studienzeit entwickelte Magnetic Resonator Piano zum Einsatz. Heute arbeitet er als Dozent für Digitale Medien an der Queen Mary University of London. Doch ist sein Magnetic Resonator Piano keinesfalls dem Bereich der digitalen Medien zuzuordnen, sondern dem Feld der „Augmented Instruments“. Diese verhalten sich zur rein digitalen Musikerzeugung so, wie die Virtual Reality zur Augmented Reality. Letztere erleben wir bei Fußballübertragungen, wenn zum Zwecke der Analyse die Realbilder mit Kreisen und Pfeilen versehen werden oder beim Pokémon Spiel, in dem digitale Figuren in der Realwelt auftauchen. Statt einer komplett simulierten, also virtuellen Klangwelt erweitert das Magnetic Resonator Piano die Klänge des bekannten Instruments, zaubert im Vorhandenen neue und dabei sehr verblüffende Möglichkeiten. Tatsächlich wird das wohlbekannte Instrument zu etwas Eigenem, wahrscheinlich weiter entfernt vom bekannten Piano, als dieses sich vom Cembalo unterscheidet. Kurzum, eine klangliche Transformation, die erlebt und in ihren enormen Möglichkeiten verstanden werden will. Andrew McPherson erklärt sein Instrument in Vortrag und Gespräch.

 
DONNERSTAG, 07.02.2018
EINLASS 19:30 UHR
FILMWERKSTATT DUESSELDORF
Andrew McPherson
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Iiro Rantala

FIN

photo: Avanto

Die Presse huldigt dem fulminanten Piano-Spiel des Finnen Iiro Rantala. Bereits 2011 erhält er den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik für das beste Jazzalbum, seine Versionen von Mozart, Bernstein und Lennon-Kompositionen spielte er kürzlich gar mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen ein. Insbesondere Rantalas so freie, wie doch stets wiedererkennbare Variationen der Stücke seines Lieblings-Beatles sorgten in den vergangenen Jahren für Aufsehen und steigerten die Prominenz des Pianisten enorm. Im Herbst 2018 debütierte seine Oper „Pikaparantola (Sanatorio Express)“ in der Finnischen Nationaloper in Helsinki. Während des Neujahrskonzert 2018 in der Kölner Philharmonie hielt sich Iiro Rantala auf der experimentellen Seite galant zurück, bei seinem Solo-Konzert für das Approximation Festival hat er allen Raum für die emotionalen und sensiblen Improvisationen, die sein Piano-Spiel auszeichnen. Hier wechselt er mühelos von Ragtime zu Elementen moderner Klassik, atonalen Akzenten und nicht zuletzt einem experimentellen Umgang mit seinem Instrument, wenn er während des Spiels mit einer Hand direkt die Saiten manipuliert.

 
FREITAG, 08.02.2018
EINLASS 19:30 UHR
KUNSTHALLE DUESSELDORF
Iiro Rantala
12 Months Trailer
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Shida Shahabi

SWE

photo: Nadja Hallström

Die schwedisch-iranische Komponistin und Pianistin Shida Shahabi folgte keiner der üblichen Regeln der Sozialisation einer klassischen Musikerin. Weder sind die Eltern Musiker noch förderten sie ihre Tochter gnadenlos. Tatsächlich brach Shida Shahabi ihr akademisches Studium in Stockholm ab, versuchte sich in der bildenden Kunst und bemerkte dort, was sie an der Musik so begeistert: die unmittelbare emotionale Qualität. Ihre Kompositionen verbinden nun die Moderne des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit den Stimmungen und Ausdrucksformen, welche Shoegaze, harmonische Minimal Music oder Chamber Pop der klassischen Pianomusik hinzufügen können. Doch vermeint man sich im Herzen ihrer Musik stets in einem Pariser Café um 1900zu befinden, Erik Saties Walzer erklingt und eine Zeitgereiste aus der Zukunft prägt ihn sich gut ein, um zu sehen, wovon er im 21. Jahrhundert wird erzählen können.

 
FREITAG, 08.02.2018
EINLASS 19:30 UHR
KUNSTHALLE DUESSELDORF
Shida Shahabi
Live Session
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Colin Stetson

CDN

photo: Peter Gannushkin

Ein Multiinstrumentalist an einer Vielzahl von Blasinstrumenten, vorzugsweise aber Saxophon und Klarinette. Colin Stetson beherrscht die Technik des zirkulären Atmens, welche ihm seine charakteristischen, endlos langen Arpeggio-Bögen ermöglicht. Seine Spieltechnik lässt den Eindruck eines mehrstimmigen Vortrags entstehen, live ein ebenso beeindruckendes wie verwirrendes Erlebnis. Kann es nur dieser eine Mann auf der Bühne sein? Auf der Bühne mit anderen stand Colin Stetson in allerdings tatsächlich verschiedensten Konstellationen, als Tourmitglied von Arcade Fire, mit Tom Waits, Mats Gustafsson, Fred Frith, Peter Kowald, Ned Rothenberg und Kenny Wollesen. Auf seinem aktuellen Album, dem Soundtrack zum Horrorfilm „Hereditary“, erschuf Colin Stetson Klangvignetten von einer intensiven, nachtkühlen und zugleich von einem inneren Glimmen geprägten Kraft. Im Gegensatz dazu die rhythmischen Akzente seines Albums „All This I Do For Glory“. Hier treibt das Klackern rauer Rhythmen die Musik voran, die Klappen von Stetsons Instrument akzentuieren das dichte, perkussive Geschehen. In anderen Stücken erschafft er mittels seiner Atemtechnik rhythmische Passagen. Der Gedanke daran, wie sie entstehen, macht einen allein schon beim Zuhören atemlos.

 
SAMSTAG, 09.02.2018
EINLASS 19:00 UHR
KUNSTHALLE DUESSELDORF
Colin Stetson
Clip
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Resina

PL

photo: Kamila Chomicz

Eine elegische Dramatik prägt Resina, das aktuelle Projekt der polnischen Cellistin Karolina Rec. Nach einer klassischen Ausbildung musizierte sie für diverse Projekte anderer, bis sie 2016 ihr erstes Resina-Album veröffentlichte. Dessen kühle Fragilität intensivierte sie für ihre neuen Aufnahmen zu befreienden, wie auch bedrohlich wirkenden Kompositionen. Durch einen enorm kunstfertigen Einsatz des Loop-Pedals erzeugt sie Klangbilder vom Cello-Duett bis hin zu einem stürmischen Cello-Orchester, nur um dessen Dichte mit einem entrückten Feengesang zu konterkarieren. Ihre sehr filmische Musik bezeugt die Vielfältigkeit aktueller klassischer Komposition, welche Karolina Rec in eigenen Worten so treffend erläutert: „Ich denke, ich wurde von nahezu jedem musikalischen Genre beeinflusst, zur selben Zeit von Lutoslawskis Aleatorik und vom Minimal Techno, von den Tonfolgen im Gamelan und den Kakophonien des Avant Rock.“  Tatsächlich vermeint man in manchen ihrer Stücke all diese Elemente zugleich zu hören, ohne daß ihre Musik dabei überfüllt oder konstruiert klingen würde. Im Gegenteil, ein Sinn für freie Flächen, das Spiel der Gedanken und Emotionen zeichnet Resina aus. Daß sie dabei in unserer Fantasie einen in einer verschneiten Landschaft spielenden Geisterfilm vertont, ist aber keinesfalls ausgeschlossen.

 
SAMSTAG, 09.02.2018
EINLASS 19:00 UHR
KUNSTHALLE DUESSELDORF
Resina
Boiler Room
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Ursula Oppens

US

Fünfmal für den Grammy nominiert, ist Ursula Oppens alles andere als eine Unbekannte. Wir erleben eine Pianistin, die mit den bekanntesten Orchestern der Welt gespielt hat, wenige Tage nach ihrem 75. Geburtstag und in vollem Tatendrang. So spielte sie in den beiden letzten Jahren unter anderem Laura Kaminskys „Fantasy für Solo Piano“ sowie eine Reminiszenz an das Werk des zu früh verstorbenen Komponisten William Kapell, dazu noch Mozarts „Konzert für zwei Klaviere“, Kammermusik von Hayden, Schubert, Lutoslawski, Poulenc und neue Kompositionen von Samuel Adler. Als Mitglied des American Composers Orchestra hatte Ursula Oppens massgeblichen Anteil daran, der Nachkriegsavantgarde den Weg zu bereiten, zugleich wirkte sie in der stilübergreifenden improvisierten Musik an der Seite von Derek Bailey oder Julie Tippetts als bedeutsames Bindeglied zwischen Klassik und Jazz. Im Kontrast dazu spielte sie auch die extrem strikte, automatisierte Piano-Musik Conlon Nancarrows. War schon Ursula Oppens Mutter Edith eine Schülerin von Anton Webern, so setzt die Tochter nun die Auseinandersetzung mit den Avantgarden und Post-Avantgarden ihrer Zeit fort - ob nun Milton Babbitt, Pierre Boulez oder Charles Wuorinen - aber ohne dabei das klassische Repertoire zu vernachlässigen. Eine wirkliche Ausnahmemusikerin! Bei ihrem Konzert wird sie Werke von Joan Tower, John Corigliano und Elliott Carter spielen.

 
SAMSTAG, 09.02.2018
EINLASS 19:00 UHR
KUNSTHALLE DUESSELDORF
Ursula Oppens
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ONLINESHOP

TICKETS SIND AB SOFORT ONLINE BUCHBAR

Sie haben hier die Möglichkeit, Tickets online für alle Konzerte in der Filmwerkstatt Düsseldorf und in der Kunsthalle Düsseldorf zu bestellen.

Der Versand dauert derzeit ca. 3-4 Tage.
Bitte beachten Sie, daß sie im OnlineShop wählen können zwischen normalen Tickets und ermäßigten Tickets für Studierende etc. Ein entsprechender Ausweis muß bei ermäßigten Tickets an der AK, gemeinsam mit dem Ticket, vorgelegt werden.

In diesem Jahr wieder da:

Das FestivalTicket 2019

Für alle Tickets im OnlineShop gilt die Zahlungsmethode: PayPal

Das Team des Approximation Festivals 2019 bedankt sich herzlich und freut sich auf tolle Abende mit großartigen Künstlern.

 
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Kontakt

Verein zur Förderung des Approximation Festival e.V.
Am Backesberg 2
40629 Düsseldorf

E-MAIL:
info@approximation-festival.de