Ein Festival auf der Suche nach Grenzen

Die Idee für das Approximation Festival entstand aus der Motivation heraus, Musiker und Komponisten in einem Projekt zu vereinen, das Grenzgänge auf dem Klavier wagt. Das Festival möchte versuchen, sich diesem so vielseitigen Instrument auf eine neue, innovative Weise und auf der Basis verschiedenster Kontexte oder Stile anzunähern (approximate).

Das Approximation Festival wurde 2005 im Salon des Amateurs in der Kunsthalle Düsseldorf von Volker Bertelmann (HAUSCHKA) und Aron Mehzion aus der Taufe gehoben. Lag zur Gründung von Approximation
der Schwerpunkt noch auf der Schnittstelle von Klavier und elektronischer Musik, eröffneten sich bald Verbindungen zu anderen Formen der experimentellen und Neuen Musik. In den folgenden Jahren erweiterte sich der Ansatz von Approximation hin zu einem grenzüberschreitenden Festival en miniature, das mit seinen kontrastreichen Konzerten Extreme suchte und präsentierte. Die Konzerte zielten dabei nicht nur auf ein „klassisch“ zu nennendes Publikum, sondern begeisterten auch eine eher im Bereich von Avantgarde, Neuer Musik, Jazz, Lounge, Pop und Experiment beheimatete Hörer-Klientel: ein Versuch, neue Horizonte im Bereich der Publikumswirkung von Klaviermusik ins Visier zu nehmen.

Das Approximation Festival versteht sich zugleich als eine experimentelle Plattform, die Musiker aus verschiedenen Generationen, Nationen und Szenen zusammenführt, als ein Forum für die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Piano und Keyboards. Die Konzentration von überaus vielfältigen Genres im Rahmen dieses Mini-Festivals bietet allen Beteiligten – Musikern wie Publikum – außergewöhnliche Konzerterlebnisse und einen Angriff auf eingeübte Hörgewohnheiten. Den eigeladenen Künstlern,  aber auch Studierenden und interessierten Laien eröffnen sich  Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Musikern und Komponisten aus völlig anderen Genres oder Kontexten.

Text: Thomas W. Rieger


Zu den seit 2005 präsentierten Musikern zählten u.a. Michael Nyman (UK), Ryuichi Sakamoto (JPN), Wim Mertens (B), Charlemagne Palestine (CDN), Max Richter (UK), John Tilbury (UK), Matthew Shipp (USA), Chris Abrahams (AUS), Cor Fuhler (NL), Quentin Sirjacq (F), Frank Abbinanti (USA), Frida Hyvönen (S), Gonzales (CDN), Pamela Kurstin (A), Johann Johannsson (ISL), Bill Wells (UK), Eve Risser (F), Philipp Corner (USA), Ludovico Einaudi & White Tree (I/D), Magda Mayas & Tony Buck (USA), Dustin O'Halloran (I/USA), Barbara Morgenstern (D), Aki Takase (D/JPN), Kathleen Supove (USA), Nils Frahm (D), Peter Broderick (USA), Phantom Ghost (D), Phyllis Chen (USA), Lubomyr Melnyk (CDN), Benoit Delbecq (F), Rachel Grimes (USA), Pierre Bastien (F), Sylvain Chauveau, Thilo Schoelpen (D), SWOD (D), Adam Butler (D), Markus Schmickler (D), Goldmund (USA), Acid Pauli (D) und NSI Non Standard Institute (D). Steve Reich (USA), Ensemble Modern (D), Howe Gelb (USA), Jan Jelinek (D), Masayoshi Fujita (JPN), Hanno Leichtmann (D), Andrea Neumann (D), Nik Bärtsch (CH), Sarah Nicolls (GB), A Winged Victory For The Sullen (USA), Francesco Tristano (LUX), Moritz von Oswald (D), Greg Haines (GB), Kleefstra (NL), Pruiksma (NL), Iréne Schweizer (CH), Pièrre Favre (CH), Hauschka (D), Christina Vantzou & Little Prism Ensemble (USA/BE), Anne Pigalle (F), Zoe Keating (CDN), John Kameel Farah (CDN), Alexander Balanescu (ISR), Kronos Quartet (USA), grandbrothers (D), Ben Frost (ISL), Ari Benjamin Meyers (USA), Deadbeat (CDN), Kamama (USA/I), Simon James Phillips (AUS), David Cunningham (UK), Rie Nakajima (JPN), Piano Interrupted (UK/F), Winfried Ritsch (A), Wolfgang Voigt (D), Tonia Reeh (D), Eviyan (USA), Erdem Helvacioglu (TR), Valgeir Sigurdsson (ISL), Nadia Sirota (USA), Maya Dunietz (ISR), Thomas Ankersmit (NL), Phill Niblock (USA), Pamela Z (USA), Deaf Center (NOR), Moondog on the keys (S/ARM), Poppy Ackroyd (UK), Jonathan Bepler (USA), Fairhorns (UK), Steve Beresford (UK), Múm (IS), Roedelius (D), Christopher Chaplin (UK), Bugge Wesseltoft (NOR), Saskia Lankhoorn (NL), Telebossa (D), Johanna Borchert (D), Gregor Schwellenbach (D), Susanna Gartmayer (A), Matti Bye (SE), Samuli Kosminen (FIN)

 
NOVEMBER 2016, DÜSSELDORF

ONLINESHOP

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In diesem Jahr wieder da:

Das FestivalTicket 2016

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Das Team des Approximation Festivals 2016 bedankt sich herzlich und freut sich auf tolle Abende mit großartigen Künstlern.

 
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Programm

APPROXIMATION FESTIVAL 2016

Dienstag 22. bis Samstag 26. November

Antonio d Luca & The Mu Quintet

I/D

Die Hülle seines Albums „Musik wozu“ erinnert ein wenig an die Cover der Düsseldorfer Legende Neu! und tatsächlich atmet seine Musik eine ähnliche Energie, die niederreissen will, um in neuen Farben und Formen aufzubauen, haltbar zumindest für einen wilden Tanz. Der gebürtige Neapolitaner hat mit seinem Bandprojekt Colorist den futuristischen Space Rock eines unbefriedeten Universums geschaffen. Nur, dass in diesem Universum offenbar barocke Cembalo-Kompositionen und nicht der Blues als Basis aller Sounds fungieren. Wolfsgleich umkreist d. Luca die Genres, als wäre er wütend darüber, daß es sie gibt. Dann sticht er ins Zentrum der Klangmassen oder bündelt, was ihm an disperatem Material gerade unterkommt - so scheint es. Tatsächlich gibt es da aber auch ein fragiles, ja zartes Zentrum. Cello und Violine, Tenor- und Alt-Saxophon begleiten d. Luca am Flügel, der Ukulele oder am modularen Synthesizer. Diese Reise, so verrät die Besetzung, kann in viele Richtungen gehen.

text by Oliver Tepel
photo by Caroline Kox

 
FREITAG, 25.11.2016
20:30 UHR
SALON DES AMATEURS
Antonio D Luca
Ascending A Staircase
Tickets

Matthew Bourne

UK

Die Bourne-Identität, verzeihen sie den naheliegenden Kalauer, ist eine elektronische. Eine analog elektronische, um es genau zu sagen. Sein aktuelles Album „Memorymoog“ basiert auf den rauschenden Strömen des titelgebenden Synthesizers aus den frühen 80ern. Damals das Ende der Ära Moog manifestierend, entlockt Bourne dem Gerät weit mehr als reine Retro-Klänge. Flamboyant wechseln die Impressionen von alten Videospielen zu wuchernden Blumengärten, man hört die Tasten klackern bis eine grollende Fläche dunkle Wolken aufziehen lässt. Für Bourne hat das Düsseldorfer Gastspiel einen besonderen Beiklang. Sein vorletztes Album „Radioland“ entstand anlässlich des 40. Jubiläums von Kraftwerks „Radioaktivität“. Stück für Stück wurde das wegweisende Werk neu interpretiert. Dabei beeindruckt Bournes detailliertes Gehör, sein Sinn für die Bedeutung auch des leisesten Tons, für die Gesamtheit des Werks. All das mag erstaunen, schien ihm doch eine andere Karriere beschieden. Mit Anfang 20 gewann er den Perrier Jazz Award, spätere Projekte brachten ihn mit John Zorn, Annette Peacock, Nils Frahm, Nostalgia 77 und Amon Tobin zusammen. Ein Pianist am Synthesizer - dies merkt man auch noch seinen abstraktesten Arbeiten an.

text by Oliver Tepel

photo by Michael England

 
FREITAG, 25.11.2016
20:30 UHR
SALON DES AMATEURS
Matthew Bourne
Matthew Bourne Solo Piano Konzert
Tickets

Dorian Wood

US

Kunstinstitutionen engagieren ihn, nicht allein aufgrund seiner Zusammenarbeit mit Marina Abramovic vor fünf Jahren, sondern weil sein melancholisch stimmungsvoller Gesang innere Bilder malt. Auch ohne seine physische Präsenz ist Dorian Woods Musik enorm körperhaft und doch zugleich ohne Schwere. Milton Nascimento, Nick Cave, Scott Walker oder Edith Piaf klingen an, wobei er keiner dieser Assoziationen die Zeit lässt, sich niederzulassen. Bald schon fliegt sie davon und wir sind allein mit diesem ausserordentlichen Musiker, dessen Pianospiel seiner Gesangsstimme in nichts nachsteht. Tatsächlich fragt man sich, wer hier wen in Szene setzt, der Mund die Hände oder die Hände den Mund. Um sich solch verwundertem Fragen zu widmen, lassen sich Woods Songs oft genug Zeit. Zeit zu erzählen und für den Hörer Zeit, dem Rätsel in ihnen nachzuspüren. Wie ein Orson Welles der Musik sitzt er dann vor dem hängenden Mikrophon, das erst in der Distanz alle Facetten dieser Stimme einfangen kann. Das Publikum lauscht still und staunend.
 

text by Oliver Tepel
photo by Pablo Almansa

 
SAMSTAG , 26.11.2016
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Dorian Wood
Caballo Viejo
Tickets

patten

UK

Ihre Namen tun nichts zur Sache. Das Duo patten existiert als klingende Einheit. Zwei Menschen, Maschinen, aber was zählt ist der Sound. OK, ganz so einfach ist es nicht, denn zwischen steilflankig kristallin aufragenden Sounds entwickeln die beiden subtile Songstrukturen. Wir hören weiblichen Gesang, im Raum verhallend, eine kühle, neugotische Vision. Schlierenhafte Befremdlichkeiten umhüllen für Momente die scharfkantige Romantik der Songs. Die minimalen Arrangements vermeiden die üblichen Retro-Fallen, so setzen patten uns ihrem enormen Futurismus aus. „Kannst Du mit uns, Mensch der Zukunft, oder müssen wir Dich zurücklassen?“, fragen die Sounds während wir ganz verblüfft staunen über all die verführerischen Hindernisse, welche sie uns scheppernd, rasselnd vor die Füsse werfen. A und D (soviel geben sie von sich preis) addieren noch Grime und Foodwork eben jenen halluzinogen klackernden Beats unserer Tage, welche ihren Werken immer wieder einmal den Weg auf die Tanzfläche bahnen. So mag am Ende von Approximation
2016 auch der Stuhl verlassen und der Körper bewegt werden.

text by Oliver Tepel

 
SAMSTAG, 26.11.2016
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
patten
patten at Warp Records
Tickets

Marina Baranova

UKR/D

„Hypersuites“ nennt Maria Baranova ihre Variationen barocker Kompositionen. Die Tochter zweier Musiker zwischen Klassik und Jazz gewann seit ihrer Kindheit -zig internationale Klavierwettbewerbe. Ihre lebendigen Schumann-Einspielungen ernteten Applaus. Sie trat mit Giora Feidman auf und wirkte als Gastsolistin im Studio, um sich dann, zur Überraschung vieler, ihren eigenen Kompositionen zu widmen. „Firebird“ verband schillerndes Gleiten mit perkussiven Klängen zu einer mitunter berauschenden Intensität. Auf den ersten Blick erscheint der Bezug auf Fremdmaterial in den „Hypersuites" als Schritt zurück in ihrer musikalischen Entwicklung, bis man bemerkt, welcher Natur Baranovas Interpretationen sind. Bachs „Predlude in B Minor“ wird transponiert und nach innen gewendet und klingt plötzlich auf seltsame Weise zwei Jahrhunderte jünger. Ein Zwischenraum wie aus einer Zauberwelt entsteht in diesen mit eigenen kompositorischen Eingriffen und improvisierten Teilen erweiterten Interpretationen. In Zusammenarbeit mit Hauschka entstanden zudem einige Remixe, welche mit dem Klang des präparierten Pianos die rhythmischen, wie schlafwandlerischen Akzente ihrer Rekompositionen nochmals akzentuieren. Barock-Futurmismus.

text by Oliver Tepel
photo by Felix Broede

 
DONNERSTAG, 24.11.2016
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Marina Baranova
La Muse Plantine
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John Tilbury

UK

PROGRAMM:
I. Samuel Beckett »Stirrings Still« for voice and piano
II. Morton Feldman »Palais de Mari« for piano
III. Samuel Beckett : »Tailpiece«,
»Brief Dream« and »Go where never before«


Viele Wegmarken in John Tilburys musikalischer Entwicklung setzte der 1936 geborene britische Pianist gemeinsam mit Cornelius Cardew. Dieser brachte ihn Anfang 1960 in Kontakt mit der Musik von Morton Feldman. Während der 70er forcierten beide eine marxistisch geprägte Politisierung der Avantgarde, welche sie im heute legendären Scratch Orchestra manifestierten. Mit seiner Interpretation der Werke von John Cage, Morton Feldman, Terry Riley oder Christian Wolff , um nur einige zu nennen, schuf er Standards. Zugleich fokussierte er seine Arbeit als Improvisationsmusiker, als er 1980 dem Ensemble AMM beitrat in seinen klanglichen Allegorien auf das Action Painting. Seit 1965 eine der radikalsten Manifestationen der freien Musik. Das Spontane und Ungewohnte, das Experimentieren mit neuen Klangquellen und die Befragung der Musik auf ihre internen Dynamiken sowie ihrer Wechselwirkung mit dem Publikum markieren Eckpunkte in Tilburys musikalischem Tun. Doch oft mals ist es vor allem der konzentrierte Blick nach
Innen, die tiefe Verbindung zur Musik, die seine Auff ührungen auszeichnet. Bei seinem zweiten Gastspiel auf dem Approximation Festival verknüpft Tilbury diese Ideen einer inwendigen Perspektive
in ihrer vielleicht solitärsten Form mit dem Werk von Samuel Beckett und dem des Kompositionen Morton Feldman. Das Konzert ist Teil des „John Tilbury Tribute“ des Institut für Musik und Medien, organisiert von Prof. Dr. Heike Sperling und Marcus Schmickler.

text by Oliver Tepel
photo by Manu Burghart

 
DIENSTAG, 22.11.2016
19:00 UHR
FILMWERKSTATT DUESSELDORF
Tickets

John Tilbury

TRIBUTE WEEK

Zu Ehren von John Tilbury finden vom 22. - 26. November 2016 mehrere Veranstaltungen in Düsseldorf und Köln statt. Organisiert wird „The John Tilbury Tribute“ von Prof. Dr. Heike Sperling und Marcus Schmickler. 2016 feiert der britische Pianist John Tilbury seinen 80. Geburtstag. John Tilbury gehört zu den prägenden Interpreten zeitgenössischer Klaviermusik. Er ist mit Komponisten der Nachkriegsmoderne wie Christian Wolff, Earle Brown und Terry Riley befreundet. Auch mit Cornelius Cardew verband ihn eine Freundschaft, die 1959 begann und mit wegweisenden Gruppenprojekten wie AMM und dem Scratch Orchestra sowie in politischen Aktionen ihre Fortsetzung fand. Mit der Biographie „Cornelius Cardew - A Life Unfinished“ hat John Tilbury eines der großen und außergewöhnlich detailreichen Werke über die Neue Musik ab Mitte des des 20. Jahrhunderts vorgelegt.

 
DIENSTAG, 22.11.2016
19:00 UHR
FILMWERKSTATT DÜSSELDORF
Tickets
Programm John Tilbury Tribute

Fred Kelemen

**PREVIEW** -SARAJEVO SONGS OF WOE-

(140 min. - black & white / colour - Bosnia and Herzegovina / Germany
2016)
(I. Blue Ballad for Lovers / II. Blue Psalm for Wolves /III. Blue Rondo
for Survivors)

Der in Berlin aufgewachsene Kameramann, Drehbuchautor, Dozent, Film- und Theaterregisseur arbeitet seit den 90ern an vielen Orten Europas. Einst von Susan Sontag explizit gewürdigt und mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichnet, wurde er in den vergangenen Jahren zu einer der bedeutendsten Figuren des europäischen Kunstfilms. Vergleichbar mit John Tilburys Arbeit, sucht er nach der Essenz der Figuren seiner Filme, zeigt eher Menschen als Schauspieler. Es geht darum, Neues zu sehen und nicht längst eingeübte Perspektiven, um letztlich im Leben etwas bewegen zu können. Will man dieses erreichen, müssen bekannte Formen des Kinos überschritten werden. Kelemens Film "Sarajevo Songs of Woe“ schildert das Miteinander im in sich richtungslos driftenden Sarajevo. So gibt der Film die Form vor: als Triptychon geplant, beginnt er mit „Blue Ballad for Lovers“, der Geschichte eines Paares - sie schwer in ihrer Mobilität eingeschränkt, er zwischen der innigen Nähe und dem Drang nach Unabhängigkeit. Nach und nach entfaltet Kelemen das Bild einer verletzten Stadt und der verletzten Leben in ihr.

text by Oliver Tepel

 
DIENSTAG, 22.11.2016
19:00 UHR
FILMWERKSTATT DUESSELDORF
Fred Kelemen
Tickets

Fred Kelemen

MASTERCLASS IN DER FILMWERKSTATT DÜSSELDORF

Fred Kelemen wurde 1964 in West-Berlin geboren. Er studierte Malerei, Musik, Philosophie, Religions- und Theaterwissenschaften. Danach arbeitete er als Regieassistent. Ab 1989 studierte er Kamera und Regie an der DFF Berlin. Seine Regie- und Kameraarbeiten wurden vielfach international ausgezeichnet. Es können eigene Projekte vorgestellt und besprochen werden. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt.

Mittwoch, 23. November 2016
Uhrzeit: 11:00 - 18:00 UHR

Filmwerkstatt Düsseldorf
Birkenstr. 47 (im Hinterhof)
40233 Düsseldorf

Eintritt Frei: Wir bitten um Voranmeldung unter mail@ filmwerkstatt-duesseldorf.de

 
Tickets
Masterclass

Cory Smythe

US

Ein Mann am Piano inmitten des Tosens der aktuellsten Musik. Zwischen Anthony Braxton, dem Meister einer experimentellen Musik von radikaler Improvisation bis zu operationaler Komposition und Hillary Hahn, dem einstigen Wunderkind der klassischen Violine, das sich nicht damit begnügen wollte, lediglich das übliche Repertoire zu pflegen. Zusammen mit Hahn gewann er für das Album „In 27 Pieces: the Hilary Hahn Encores“ einen Grammy für die beste  kammermusikalische Einspielung. Cory Smythe machte erstmals von sich hören als Mitglied des International Contemporary Ensembles (ICE), das seit 2001 neue Kompositionen der aktuellen Avantgarde zu Gehör bringt, darunter Werke von John Zorn, Alvin Lucier, Pauline Oliveros oder, als Solo Piano-Werk für Smythe geschrieben, Iannis Xenakis’ „Palimpsest“. Allein mit der gelegentlichen Unterstützung vom Saxophonisten Steve Lehman spielte Smythe sein kürzlich erschienenes Debüt-Album „A U T O TROPHS“ ein. Seine Kompositionen für Piano und Electronics vereinen dabei jene Welten, die er mit Hahn und dem ICE durchwanderte. Er lässt Schubert auf Elliott Sharp treffen, kreist um die Geschichte in rasanten Improvisationen um im nächsten Moment die Saiten des Pianos, Roboterstimmen gleich, erzählen zu lassen oder mit den Fingern über eine Komposition der Jazz-Legende Fats Waller zu tanzen.

text by Oliver Tepel
photo by Dylan Chandler

 
MITTWOCH, 23.11.2016
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Cory Smythe
Tickets

Tamar Halperin & Francesco Tristano: tête-à-tête

ISR & LUX

Ein Aufeinandertreffen der Zeitreisenden, fast im Sinne der Begegnung von Hillary Hahn und Cory Smythe: Tamar Halperin dissertierte nicht nur über J.S. Bach, sie gilt auch als eine der besten Barock- Cembalistinnen unserer Zeit. Als würde dies allein nicht ein Leben ausfüllen, experimentiert sie mit dem Werk Eric Saties, gewinnt zwei „Jazz ECHO“-Auszeichnungen und schreckt auch nicht vor den Klängen analoger oder digitaler Elektronik zurück. Genau an jener Stelle trifft sie Francesco Tristano. Nachdem dieser zu Beginn seiner Karriere Bachs „Goldberg Variationen“ und Berios komplettes Piano-Werk einspielte, fand er sich bald am DJ-Pult wieder, elektronische Musik zelebrierend. „Die klassische Musik ist tot.“, sagt er in Interviews und meint damit  die ewigen Widerholungen desselben Repertoires. Wiederbelebungen bedeuten für ihn die Konzentration auf nicht komplett kanonisierte Werke wie die von Dietrich Buxtehude oder die Arbeit an einer neuen Musik, in welcher der Rhythmus eine Brücke vom Barock ins Heute schlägt. So kreisen Tamar Halperin und Francesco Tristano um den selben Doppelstern. Doch wie dies klingen wird, bleibt bis zu ihrem Konzert ein Geheimnis.

text by Oliver Tepel
photo by Marie Staggat

 
MITTWOCH, 23.11.2016
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Franceso Tristano
Tamar Halperin
Tickets

Tamar Halperin

TRADITION UND EXPERIMENT

„Alle Künstler sind bestrebt zu kommunizieren. Während sich der künstlerische Prozess innerhalb eines Rahmens von ästhetischen Regeln abspielt, versucht doch der kreative Charakter der Kunst genau aus diesen auszubrechen. Das gilt freilich für jedwede Kunstdisziplin.“
Dr. Tamar Halperin: Beispiele aus ihrer eigenen Identitätssuche als „Klassik-Künstlerin im Pop-Zeitalter“. Der Workshop wird zahlreiche Live-Musikbeispiele enthalten, an die sich eine offene Diskussion anschließt.
Freundlich unterstützt und ermöglicht durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte unsere Website oder unsere Facebook Präsenz. In Kürze veröffentlichen wir darüber alle Details zu dieser Veranstaltung.

Donnerstag, 24. November 2016
Uhrzeit: ab 11:00 UHR

tanzhaus NRW
Erkrather Straße 30
Studio 6
40233 Düsseldorf

Eintritt Frei

 
Tickets für das Konzert am 23.11.2016
tanzhaus nrw

Daniel Wohl & Asasello Quartett

F/USA

Ganz sicher ein Schwerpunkt des Approximation Festivals ist, das Miteinander von Piano und Elektronik zu Gehör zu bringen. Kaum jemand hat in den letzten Jahren diesen, nicht von Genres überfrachteten und stets neue Sounds und Spielweisen generierenden Bereich so geprägt wie der in Paris geborene Daniel Wohl. Seine fundierte Ausbildung erwarb er am Bard College, der University of Michigan und der Yale School of Music, spielte mit So Percussion, dem Calder quartet und diversen Symphonieorchestern, zugleich auch mit Vordenkern aktueller Popmusik wie Julia Holter oder Olga Bell. Die akustische, zugleich zum Teil elektronisch manipulierte Ensemblemusik seines Albums „Holographic“ präsentierte eine dichte, gleichwohl transparente Dramatik. Avantgardistische Romantik als dreidimensionale Illusion. Drones und vibrierende Flächen durchziehen suchend den Raum, einzelne Akkorde versprechen Halt, sind aber nur Ausgangspunkt neuer Permutationen, bis man ein transparentes Gamelan Orchester vor sich wähnt. Begleitet wird er auf seinen Wegen vom Asasello quartett, bekannt für seine Schönberg-Interpretationen. 2000 in der Kammermusikklasse von Walter Levin in Basel gegründet, verließ das junge Ensemble bald den rein akademischen Rahmen zugunsten anspruchsvoller experimenteller Projekte, sowohl mit jungen Komponisten, als auch eingebunden in Performancekunst, Film oder Tanz. Die 1:1 Konzertreihe des in Köln beheimateten Quartetts ist längst überregional bekannt und mit dem Preis der Deutschen Konzertdirektionen ausgezeichnet. Ihr Repertoire von Wiener Klassik bis zu neuester Komposition macht sie zu kongenialen Partnern für Daniel Wohl. Es gibt jeden Grund, gespannt zu sein.

text by Oliver Tepel
photo by Nathan Lee Bush

 
DONNERSTAG, 24.11.2016
21:00 UHR
SALON DES AMATEURS
Daniel Wohl
The Seamless Ideal
Asasello Quartett
Tickets

Daniel Wohl

ILLUSTRATED LECTURE

Dienstag, 22. November 2016
Uhrzeit: 15:30 - 17:00 UHR

im Rahmen
des Seminars „urban stage ff.“ von Prof. Mischa Kuball

Kunsthochschule für Medien, KHM Köln
Peter-Welter-Platz 2
50676 Köln

Bitte beachten Sie, daß dies keine öffentliche Veranstaltung ist!
Interessierte müssen sich bitte bis Freitag, 19. November 2016 per EMail bei Prof.
Mischa Kuball anmelden: mk2@mischakuball.com

 
Tickets für das Konzert am 24.11.2016
KHM Köln

Super Flu + Rahel

D

„Dir fehlen die Ideen? Hör auf Deinen Papagei!“ - dies rät uns das Duo Feliks Thielemann & Mathias Schwarz. Als Super Flu schaffen sie so verspielte, wie effektive House Tracks zwischen Techno und Deep, ja mitunter auch nah am Song. Ob bei den beiden selbst die Ideen sprudeln oder dem Papagei gelauscht wird: Fakt ist der Ideenreichtum in ihrer Musik. Dieser trägt sie in so unerwartete Räume wie das Dortmunder Opernhaus. Für Xin Peng Wangs Ballett „Faust I“ kreierten sie die Musik - natürlich tanzbar. Aber vielleicht lässt sich auch über die gerade Bassdrum hinweg musizieren? So erscheinen sie auf dem Approximation Festival in Begleitung von Rahel Hutter, die das Klavierspiel an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar studierte. Ihre Interessen führen Super Flu diesseits des Akademischen zu Musik und Tanz, Musik und Kunst, dem Jazz-Piano oder auch dem fließenden Post-Rock ihrer Band The Cloche. So verbindet die drei Künstler nicht allein ihre Herkunft aus Städten an der Saale, sondern auch ein aufgewecktes, humorvolles Forschen über alle Genre-Grenzen hinweg. Wo Super Flu nicht nur zum Papagei raten, sondern auch fordern: „Bastel was aus exotischen Instrumenten und Kinderspielzeug!“, scheinen dem musikalischen Abenteuer kaum Grenzen gesetzt.

text by Oliver Tepel
photo by Super Flu

 
FREITAG, 25.11.2016
20:30 UHR
SALON DES AMATEURS
Super Flu
Tickets

Kontakt

Verein zur Förderung des Approximation Festival e.V.
Am Backesberg 2
40629 Düsseldorf

E-MAIL:
info@approximation-festival.de